Vintage, Secondhand und Seide. Warum ich auf Slow Fashion setze
Meine Liebe zu Vintage und Secondhand ist nicht einfach so entstanden. Sie ist gewachsen. Aus meiner Geschichte, aus meiner Familie.
Mein Opa war Gastarbeiter. Er kam damals aus der Türkei nach Deutschland, um zu arbeiten. Und er war ein Flohmarkt Mensch durch und durch. Er hat dort immer echte Schätze gefunden, nicht aus Trendgründen, sondern weil es einfach notwendig war. Meine Mutter hat das von ihm übernommen. Und wir Kinder? Wir haben fast ausschließlich Secondhand getragen. Fünf Kinder, ein kleines Einkommen, Flohmärkte waren unsere Boutique. Aber ehrlich gesagt habe ich es geliebt.
Auch als es meinen Eltern irgendwann besser ging, blieb meine Mama den Flohmärkten treu. Und ich war natürlich mit am Start. Ich habe dort schon früh gelernt: Es geht nicht immer um neu, es geht um besonders. Und das hat mich bis heute geprägt.
Ich trage seit vielen Jahren ein Kopftuch, und gerade im Sommer ist das Material dabei besonders wichtig. Ein einziges Seidentuch meiner Mama war damals mein ganz besonderer Schatz. Sie ist Schneiderin und kennt sich daher sehr gut mit Stoffen aus. Dieses Tuch hat mich sofort begeistert so leicht, kühlend und hochwertig. Ich begann, es nicht nur zu besonderen Anlässen, sondern auch im Alltag zu tragen.
So kam die Liebe zur Seide. Erst Tücher, dann habe ich mir selbst welche genäht, teilweise mit der Hand, aus Stoffresten. Dann habe ich auf Vintage Märkten nach Seide gesucht und angefangen, aus alten Teilen neue Schätze zu machen. Eine Bluse hier, ein Rock da, irgendwann bestand mein halber Kleiderschrank aus Seide. Und ganz ehrlich, ich kann nicht mehr ohne.
Warum Slow Fashion? Weil es Sinn macht.
Früher hatte ich kein Geld, da war Secondhand mein Muss. Heute habe ich mehr Möglichkeiten, aber trotzdem greife ich lieber zu Vintage Stücken als zu Massenware. Die Qualität ist einfach eine andere. Die Stoffe, besonders Seide, aber auch Leinen, Baumwolle und Wolle haben eine ganz andere Energie. Du spürst es direkt auf der Haut. Und wenn mal etwas kaputt ist? Dann wird es halt zu Patchwork oder man näht etwas Neues daraus.
Slow Fashion heißt für mich bewusster leben, Stoffe wertschätzen und Ressourcen respektieren. Deshalb habe ich angefangen, weltweit Seide zu sammeln, aus Afrika, Asien und Europa. Ich war auf Märkten, in kleinen Secondhandläden und bin auf echte Schätze gestoßen. Viele davon findest du jetzt in meiner Vintage Silk Collection, Stücke, die Geschichten erzählen, die du nicht einfach irgendwo kaufen kannst.
Ich will, dass mehr Frauen das spüren die Qualität, den Wert, die Energie von Kleidung. Slow Fashion ist nicht langweilig. Sie ist bewusst, besonders und nachhaltig. Und vor allem ist sie ein Teil von mir.